Willkommen bei Papierstau, dem Newsletter, der sich mit denen beschäftigt, die Deutschlands Verwaltung digitalisieren wollen.

Man kennt es: Die Geburtsurkunde dauert drei Monate, der Kindergeldantrag braucht drei Formulare, die Gewerbeanmeldung kostet einen Tag Urlaub und es dauert, bis sie dann wirklich da ist. Deutschland hat ein Digitalisierungsproblem und ist im Papierstau stecken geblieben. Und das, obwohl die Werkzeuge längst da sind, ihn aufzulösen. Genau dort setzt dieser Newsletter an.

Es gibt in Deutschland viel gute Berichterstattung über Verwaltungsdigitalisierung. Über Gesetze, Minister, Agenden, Strategien. Was mir fehlt, ist ein Blick auf die Unternehmen, die die Technologie tatsächlich bauen. Die Softwareagenturen, die Plattformanbieter, die Govtech-Startups, die Mittelständler. Menschen, die Schnittstellen schreiben, KI-Assistenten für Sachbearbeiter entwickeln und Dinge zum Laufen bringen, während anderswo noch über den richtigen Gesetzestitel diskutiert wird.

Das ist mein Beritt. Ich komme ursprünglich aus dem Wirtschaftsjournalismus und schreibe seit Jahren unter anderem für Tagesspiegel Background über Digitalisierung & KI und über Smart Cities, also über digitale Verwaltung, Govtech und kommunale Innovation. Ich möchte nicht nur erklären, was Staat und Kommunen tun, sondern auch, wer für ihn baut. Welche Firmen sich an welchen Stellen einen Namen machen, wo der deutsche Markt funktioniert und wo er hakt, welche Geschäftsmodelle tragen und welche nicht.

Du bekommst hier also eine Mischung: Einordnung der aktuellen politischen Entwicklungen, kuratierte Links, die den Wust sortieren, und Porträts und Gespräche mit den Menschen hinter den Produkten. Manchmal mit bekannten Namen, manchmal mit Unternehmen, von denen du eher noch nie gehört hast, die aber in einzelnen Bundesländern oder Kommunen ziemlich Großes bewegen. Was genau in den nächsten Ausgaben kommt, verrate ich noch nicht. Nur so viel: Es wird spannend.

Papierstau erscheint ab sofort jeden Freitag. Eine kompakte Lese-Dosis fürs Wochenende, oder für den Montagmorgen, wenn du zu denen gehören, die freitags nach 17 Uhr das E-Mail-Programm schließen. Kein Pflichtprogramm, aber hoffentlich etwas, auf das du dich freust.

Schreibt mir gern. Tipps, Kritik, Hinweise auf Unternehmen, die mehr Aufmerksamkeit verdienen, alles willkommen. Journalismus, der auf einen kleinen Markt schaut, lebt davon, dass seine Leserinnen und Leser mitdenken.

Eine Frage zum Start, weil sie mich selbst umtreibt: Welches Govtech-Unternehmen in Deutschland ist derzeit am meisten unterschätzt, und warum? Antworten gern direkt per Reply.

Schönes Wochenende und schön, dass du hier bist!

Bastian Hosan
 

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